
Liebe Ethnos,
die Zeit der Evaluierung hat wieder begonnen. Und JA: Wir von der Fachschaft des FB08 boykottieren die Evaluierung auch dieses Semester. Da die Uni-Leitung zeitlich wie personell am längeren Hebel sitzt [wir sind ja max 5 Jahre an der Uni], ist die Strategie des Präsidiums offensichtlich: Abwarten und Tee trinken, bis die kritischen Studenten weg sind oder aufgeben.
Dass wir nicht aufgeben wollen und auf Eure Unterstützung angewiesen sind, hat folgende Gründe:
Die Evaluationsbögen sind für unseren Studiengang ungenügend. Sie sind für andere Fächer wie die Wirtschaftswissenschaften ausgelegt, die anderen didaktischen Methoden nachgehen.
Außerdem dienen die Evaluationsbögen nur zur Bewertung der Professoren und nicht der Verbesserung der Lehre, werden aber durch dieses Argument legitimiert.
Der Fachbereich 08 hat im WS 07/08 einen alternativen Bogen mit Studenten entworfen, der vom Präsidium ignoriert wurde. Wir, die Fachschaft des Instituts für Ethnologie, möchte mit dem ganzen Fachbereich an einem Strang ziehen und darauf drängen, dass ein auf die Bedürfnisse unseres Studiengangs angepasster Umfragebogen Verwendung findet.
Da wir verpflichtet sind die Bögen auszuteilen, bitten wir euch die vorliegenden Evaluationsbögen nicht auszufüllen bzw. bestenfalls unkenntlich zu machen (durchzustreichen). Nur so können wir mit Nachdruck auf unser Anliegen aufmerksam machen!
Der Boykott wird immer noch durchgeführt, weil die Evaluierungsbögen trotz einiger Schönheitskorrekturen für die Verbesserung der Lehre in unserem Fachbereich immer noch nutzlos sind.
Die Fachschaft hat sich unlängst in einem Gespräch mit Vizepräsidenten Herrn Schubert-Zsilavecz [einem der fünf Vizepräsidenten] über die Evaluierung informieren wollen. Herr Schubert-Zsilavecz konnte unsere Fragen zur Evaluierung nicht beantworten oder unsere Bedenken zerstreuen. Er hat zudem gleichzeitig betont, dass er es positiv bewertet, dass die Studenten sich kritisch mit der Evaluierung auseinandersetzen. Sobald wir uns mit dem Fachbereich abgesprochen haben, werden wir die Antworten des Vizepräsidenten auf unsere Fragen auch öffentlich zugänglich machen.
Auch unsere Professoren und Mitarbeiter am Institut sehen die Evaluierung kritisch und stimmen mit uns in allen Punkten überein.
Wir stehen per Mail oder auch im Fachschaftsraum für Fragen, Kritik und Anregungen zum Boykott zur Verfügung.
Grundlegend sind wir für eine Evaluation der Veranstaltungen. Diese sollte aber primär der Verbesserung der Bedingungen in der Lehre dienen, und nicht abstrusen Gehaltsschraubereien, Exzellenzpreisen und Einstellungspolitiken. Die Leistung der Dozenten ist in den Geisteswissenschaften primär QUALITATIV und nicht quantitativ zu messen. Und zumindest in der Ethnologie sind die Dozenten ja Vorschlägen und Kritik von studentischer Seite gegenüber aufgeschlossen. Und wenn Ihr Euch nicht traut, persönlich Eure Meinung zu sagen, bleibt immer noch der anonymisierte Weg über die Fachschaft. Wir leiten Eure Kritik gerne und konstruktiv weiter.